Fischerrevolte in der Nacht

Gegen 2.30h nachts wurde der Wind weniger und nachdem wir an vielen blinkenden „Bojen“ (Netze) vorbei gesegelt sind und im Radar voraus lt. Thorsten ein „Hornissennest“ auf uns wartete, nahmen wir Code 0 und Groß komplett runter und waren weiter unter Motor unterwegs. Sehr weise!

KEINER hat hier AIS (oder nicht an), also ohne Radar nicht machbar.

Als wir auf das sogenannte „HNest“ (Fischer in allen Größen und Formen) weiter aufkamen, wurden erstmal alle Lichter der Schiffe gelöscht. Echt Horror und spooky!

Etwas später brummten die Motoren auf uns zu und es wurden überall rote Blitzlichter angemacht, dazu Sirenen. Boah, wir sind sofort mit 90 Grad und voller Kraft (gut, dass die Segel unten waren) Richtung offene See abgedampft.

Hier wurde ja auch gefischt und einer hat uns mit seiner Lampe signalisiert (gut, dass wir das kapiert haben) hinter ihm durchzugehen.

Das Ganze ging die Nacht mit kleineren Gruppen so weiter. Aber nicht so heftig wie vorher beschrieben und machbar.

Wir waren sehr froh, als die Sonne aufging und wir auch wieder Segel (nur Code 0) setzen konnten.

Keine Ahnung,  wo man hier nachts Segel soll. Wir hätten über Nacht auch lieber geankert = verboten! Weiter draußen haben wir auch die großen Gruppen gesehen. Ich denke mal vielleicht 30 bis 40 sm weiter draußen?

Es gibt leider keine Bilder, dazu waren wir nicht in der Lage.

Am Anfang alles entspannt

Da ich nicht so fit bin (Erkältung) ist es schön, dass es ganz friedlich los geht. So könnte es weiterlaufen.

Lt. Wetterbericht sollte der Wind N bis NW  gegen 13h etwas zunehmen und so ist es dann auch. Erst segeln wir mit 3-4 kn  später dann 5-6 kn. Die Welle kommt seitlich und ist moderat. (Groß und Code 0)

Dann sieht Thorsten voraus schon eine Reihe von Vögeln (typische Vorzeichen für das Jagen von Delfinen).

Und so ist es dann auch. Unser Kurs führt mittendurch und einige lassen sich ablenken, um mit uns um die Wette zu schwimmen. Immer wieder sehr ergreifend und besonders!!

Wir nehmen das immer als positives Vorzeichen, dass bei diesem Törn alles gut wird. ;-))

Von Rabat nach Tanger

Nachdem wir an der Zollpier ausklariert haben – alles sehr harmonisch und nett, 3 Personen zur Kontrolle (Personen,  Drogen) an Bord – haben wir Rabat Richtung Tanger gegen Mittag verlassen.

Wir haben unseren Stempel in die Pässe bekommen und sogar den Drogenhund (ca. 3-5 Jahre alter deutscher Schäferhund:-) gesehen. War noch etwas wild und ungestüm und daher haben die Beamten wohl entschieden, ihn nur von außen am Boot schnüffeln zu lassen…

Es wird über Nacht gehen, da ca. 130 nm und kein weiterer Zwischenstopp (ankern auch verboten) erlaubt ist.

Dann mal los@

Rückfahrt nach Rabat

Ein letztes Frühstück, dann bringt uns ein Transfer zum Bahnhof Fes.

Der Zug wird hier eingesetzt und fährt pünktlich ab.

In Meknes steigt ein junges Paar (Spanier und Marokkanerin) ein, die gerade geheiratet haben.

Da es anfangs Probleme gibt, dass er die Fahrkarten findet, entwickelt sich ein nettes Gespräch. Sie studiert noch 1 Jahr in Tanger und er arbeitet in Barcelona.

Die beiden starten ihre Hochzeitsreise mit dem Zug bis Casablanca und dann per Flieger nach Bali.

Ca. 1 Std. vor unserer Ankunft in Sale steigt die Klimaanlage aus und das Abteil heizt sich unerträglich auf. Fast wie in D im ICE 😉

Was macht der Marokkaner? Er lässt die Zugtüren während der Fahrt auf  :-))

Völlig durch kommen wir beim Schiff an, obwohl es hier ca. 12 Grad weniger hat.

Wir finden die prima unversehrt vor, hatten uns aber auch keine Sorgen gemacht.